Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Soli für armed papers

Im Frühjahr 2017 wurde armed papers – bei denen auch wir viele Broschüren drucken – von der Deutschen Nationalbibliothek mehrfach abgemahnt, und aufgefordert der gesetzlichen Pflichtabgabe nachzukommen.
Nach Pflichtabgabeverordnung müssen von jeder in Deutschland erschienenen Publikation, egal ob kommerzieller Verlag, unkommerzielle oder private Veröffentlichungen, je zwei Exemplare den Landes- und Nationalbibliotheken unentgeltlich zugesandt werden.
Doch dies machte die konsequente Non-Profit-Kalkulation der Broschüren zunichte und hätte eine spürbare Preissteigerung zur Folge.
Um dem Prinzip treu zu bleiben, die Broschüren so günstig wie möglich anzubieten, kam die Idee auf diese Kosten durch gelegentliche Sammelbände zu refinanzieren.

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Hack Back! Interview mit Phineas Fisher

Über Hacken als Direkte Aktion gegen den Überwachungsstaat

Phineas Fisher ist die wohl berühmteste Hacker-Persönlichkeit und selbsternannte anarchistische Revolutionärin. Im Interview spricht sie über die Politik hinter ihren Angriffen auf die Überwachungsindustrie, die türkische Regierungspartei und die katalanische Polizei. Ein Rückblick auf die Heldentaten – und ihre ersten öffentlichen Statements seit angeblichen Verhaftungen.

Der Text und das Interview stammen von BlackBird, die Übersetzung von Leo Thüer für netzpolitik.org.

Hacken wird oft als etwas Technisches dargestellt, als einfache Frage von Angriff und Verteidigung. Viel entscheidender sind aber die Beweggründe dahinter. Ein und dieselbe Methode kann als Werkzeug der Unterdrückung oder als Waffe der Emanzipation dienen. In seiner reinsten Form geht es beim Hacken nicht um die Ingenieursarbeit. In erster Linie geht es darum, Technologie kurzzuschließen damit Machtdynamiken ausgehebelt werden. Es ist eine Direkte Aktion für die neue digitale Welt, in der wir alle leben.

Im Schatten des Techno-Imperiums wurde die Hackerszene zunehmend zum Ziel für Vereinnahmung und Unterwanderung. Aber der Untergrund kann nicht ausgerottet werden, hin und wieder durchbricht eine neue Aktion die Oberfläche. Einige der Hacker, die wir bewundern, sind Programmierer und bauen Werkzeuge zum Schutz von Privatsphäre und Anonymität. Andere Crews erstellen und vertreiben alternative Medien. Und dann gibt es die, die zurückhacken.

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Warum die Folterungen in Russland von Bedeutung sind

Wie sich die Taktiken ausbreiten könnten, die der russische Staat gegen Anarchist*innen anwendet

Uns erreichen immer wieder grässliche Neuigkeiten aus Russland über die Aktivitäten des russischen Inlandsgeheimdienstes – des FSB, der aus dem KGB hervorgegangen ist. In einer Darstellung nach der nächsten berichten Anarchist*innen und Antifaschist*innen davon, dass der FSB sie entführt, Waffen in ihren Autos platziert und Folter angewendet hat, um sie zu zwingen, gefälschte Geständnisse zu unterschreiben, in denen sie zugeben, Teil eines offensichtlich erfundenen Terrornetzwerks zu sein.

Warum sollten wir uns gerade für diese russischen Fälle von Folter interessieren? Zunächst mag es Menschen aus Westeuropa oder den USA wie eine weitere abstrakte Tragödie erscheinen, ein weiterer Ruf nach internationaler Solidarität von glücklosen Menschen in einem fernen Land. Doch hier steht eine Menge auf dem Spiel. Was gerade in Russland passiert, ist ein Alptraum-Szenario, das sich auch bei uns wiederholen könnte, wenn wir es nicht ernst nehmen.

Bereits seit Jahrzehnten haben Sicherheitsbehörden vieler verschiedener Länder wiederholt versucht, nationale und internationale „terroristische Verschwörungen“ zu erfinden, um dadurch Anarchist*innen fälschlich des Terrorismus zu bezichtigen. Bis heute sind all diese Versuche kläglich gescheitert. Jetzt hat die russische Geheimpolizei eine Neuerung eingeführt: sie haben Anarchist*innen ohne Vorwarnung entführt, Waffen in ihren Autos platziert und sie gefoltert, bis sie gefälschte „Geständnisse“ unterschrieben haben. Sie hoffen, dass sie dadurch endlich Anarchist*innen erfolgreich der Teilnahme an einem „terroristischen Netzwerk“ bezichtigen können. Wenn sie damit Erfolg haben, können wir davon ausgehen, dass andere Polizeieinheiten auf der ganzen Welt es ihnen gleichtun werden.

In der folgenden Analyse werden wir die Geschichte dieses Unterdrückungsmodells darlegen, die Details der russischen Folterfälle untersuchen und vorschlagen, wie wir reagieren können. Der Anhang listet die Einzelheiten der Verhaftungen und Folterungen in chronologischer Reihenfolge auf und liefert damit untermauernde Beweise der hier enthaltenen Berichte.

Wir haben auch Poster erstellt, die Solidarität mit den von der Repressionswelle Betroffenen zum Ausdruck bringen. Bitte druckt sie aus und kleistert damit die Straßen zu, um die Aufmerksamkeit auf diesen Fall zu lenken.


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Diesen Text könnt ihr auch gedruckt bei black-mosquito.org bestellen.

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