Archiv für Februar 2015

You may already be an Anarchist

Es stimmt. Wenn deine Vorstellung von gesunden, menschlichen Beziehungen ein Abendessen mit FreundInnen ist, bei dem alle Anwesenden die Anwesenheit aller anderen genießen, bei dem die Verantwortung freiwillig und informell geteilt wird und niemand Anweisungen gibt oder etwas verkaufen will, dann bist du eine AnarchistIn, schlicht und einfach. Die einzige Frage, die bleibt, ist, wie du es hinkriegen kannst, dass mehr Miteinander mit anderen entsprechend gestaltet wird. Wann immer du handelst, ohne auf Anweisungen oder offizielle Genehmigungen zu warten, bist du eine AnarchistIn. Jedes Mal, wenn du eine lächerliche Regel ignorierst, sobald niemand es sieht, bist du eine AnarchistIn.
Wenn du nicht glaubst, dass die Regierung, die Schule, Hollywood oder deine Vorgesetzten besser wissen, was für dich gut ist, sobald es um Angelegenheiten geht, die dein Leben betreffen, dann ist auch dies Anarchismus. Und du bist ganz besonders dann einE AnarchistIn, wenn du eigene Ideen und Lösungen entwickelst. Offensichtlich ist es also der Anarchismus, der das Leben am Laufen hält und es interessant macht. Wenn wir darauf warten, dass Autoritäten, Expertinnen und Technokraten die Verantwortung für alles übernehmen, werden wir nicht nur weiter in einer Welt voller Probleme leben, sondern auch in einer furchtbar langweiligen. Heute leben wir in einer Welt, die zu dem Maße langweilig und von Problemen durchzogen ist, zu dem wir Verantwortung und Kontrolle aufgegeben haben.
Anarchismus ist natürlich bedingt in jedem menschlichen Wesen vorhanden. Es geht nicht zwangsläufig darum Bomben zu werfen oder schwarze Masken zu tragen, auch wenn du das vielleicht im Fernsehen gesehen hast (Glaubst du alles was im Fernsehen gezeigt wird? Das ist absolut nicht anarchistisch!). Die Wurzel des Anarchismus liegt in dem simplen Impuls selbst Verantwortung zu übernehmen: Alles andere folgt dann ganz von selbst.